Ragash Hildin
Verehrter Schulgründer Hildinyars
Allgemeines
Ragash Hildin war zu seiner Zeit als Schulgründer ein sehr weiser, aber auch herzlicher Mann. Obwohl heute kaum noch einer lebt, der dies bezeugen könnte, sprechen alleine schon die Taten derer, die um sein Erbe vor über 300 Jahren im Krieg gekämpft hatten, dafür. Ragash Hildin, so der Legende nach, kam mit seinem Gefolge aus einer anderen Welt nach Skoria und erkannte das Potenzial dieser Welt. Er war mit seinen Gefolgsleuten jedoch nicht der Einzige, der Skoria entdeckt hatte. So herrschte bereits ein großer Krieg zwischen Skorianern und Angehörigen anderer Welten, die diese reine Welt an sich reißen wollten. Ragash Hildin erbaute daraufhin die Mauern von Hildinyar, einer Festung gleich, mit der er die Eindringlinge mit seinen eigenen Gefolgsleuten wieder aus Skoria vertreiben konnte. Wo andere sich einen bitteren Kampf um die Macht leisteten und sich in die Kriege in Skoria einmischten, waren die Einwohner Hildinyars stets bereit, diese unbekannte Welt wieder zu verlassen, um ihr ihre Ruhe zu gönnen, wären nicht all die Anderen gewesen, die sich auf Kosten ihrer Natur bekämpften. Das eigentliche Ziel war es damals alles weltfremde aus Skoria zu vertreiben, die Mauern der Schule wieder nieder zu reißen und Skoria den Rücken zu kehren, um ihr ihre gewohnte Ruhe zurück zu geben. Warum man sich nach dem gewonnenen Krieg nicht zurück in die eigene Welt begab, erlernen die Schüler an eben jenen Wanderungen zu Ragash Hildins Grabstätte.
Wo es unter den Schülern viele Legenden gibt wird doch nur eine gelehrt, und zwar jene, die besagt, dass Ragash Hildins toter Geist selbst in die Schule zurück kehrte, an dem Tag, an dem man die Mauern niederreißen wollte, um folgende Botschaft kund zu tun:
"Ich habe geschlafen, so lange geschlafen. Habe der Erde gelauscht, ihren Geschichten, die sie mir erzählte. Sie hat geweint wie ein Kind in Mutters Schoß, als Blut über sie sickerte, und sie hat gestrahlt wie die Sonne selbst, als dem ein Ende gesetzt wurde. Ich habe mit ihr geredet, so lange und doch so kurz, und obwohl ich sterblich war und euch verlassen musste, werden meine letzten Worte dies nicht tun: Diese Welt hat den Namen akzeptiert, den wir ihr gaben, und sie hat uns akzeptiert. Wenn ihr in meinem Namen den Frieden wahrt, wird sie euch wahren und behüten, als wärt ihr ihre Kinder selbst."
Es gibt viele schriftliche Belege seiner Worte, aber keine Bilder, keine Aufnahmen, keine magischen Hologramme, die sein Auftauchen bestätigen könnten, aber es gibt den Glauben jener, die dieses Geschenk schon immer zu schätzen wussten. So sind die Portale seit jenem Tag wieder offen, doch werden stetig überwacht. Kein Leid soll mehr in diese Welt eindringen und nicht mehr Blut vergossen werden als nötig. Man kann das sterben nicht verhindern, genau so wenig wie das Leben, das lehrte Ragash seinen Mithelfern und Schülern stetig, aber man kann sich selbst daran hindern zu töten, und sich selbst gestatten zu leben.
Wo nun seine Worte, wie auch sein Sein und sein Können, nichts weiter als Geschichte sind, befindet sich zu oberst im Turm sein ganzes Hab und Gut, so sagt man sich. Wer stetig seinen Weg geht, ihn mit Frohmut, Weisheit und Einsicht geht, dem wird irgendwann der Weg zu allen Reichtümern der Welt offen stehen. Ragash selbst sagte jedoch, dass Reichtum nicht das Gold ist, das man in den Händen hält, sondern das Wissen, das man hegt. In welcher Form nun also sein Hab und Gut in der Spitze des Turms aufbewahrt wird, ist fraglich, ja, manch einer fragt sich sogar, ob all das nicht einfach nur Schall und Rauch ist, wie ein Traum, den man vergessen hat, kaum dass man richtig erwacht ist.
Ruhestätte
Die letzte Ruhestätte von Ragash Hildin befindet sich in der obersten Etage eines Turmes in Tirisea (dem alten Standort der Schule), zu dem es anscheinend keinen Zugang gibt. Viele Klassen der Schule Hindinyar wanderten vor allem in den ersten zwei Schuljahren zu dem Turm um dort die Inschriften an dessen Außenwand zu lesen und ihre Worte zu verinnigen. Da Hildinyar nach der Naturkatastrophe umgezogen ist, ist es jedoch eine mehrtägige Reise bis hin zur Ruhestätte und die Wanderung ist längst nicht mehr obligatorisch. Dennoch gibt es einige Schüler, die mit Tadae Aladea diese Reise einmal im Jahr unternehmen.
Lebensweisheit
Ragash Hildin lehrte seinen Untertanen und Schülern immer, dass körperliche Kraft keine Macht voraussetzt, sondern Wissen, und dass diese Macht genutzt werden soll, um zu helfen, und nicht um zu zerstören. Auch in alten Jahren war er ein Verfechter der Kunst und der inneren Ruhe und predigte oft und gerne, dass nur wer mit sich selbst im reinen ist Großes leisten kann. Man möge meinen er wäre Kämpfen gegenüber abgeneigt gewesen, doch ganz so wahr ist das nicht. Ragash Hildin bewunderte auch die Kunst des Kampfes. Auch wenn er nie eine Waffe mutwillig erhoben hätte, so wertschätzte er den Ausgleich zwischen Körper und Geist. Wer eine Klinge zielsicher in den Sieg führen will muss ebenso eins mit sich sein, wie der, der mit seinem Wissen den Benachteiligten helfen will, oder der, der mit seiner Magie Zuflucht und Geborgenheit spenden will. Seiner Lebensweisheit folgt Hildinyar auch nach seinem Aufbau in Astera weiterhin, in dem seine wichtigsten Ansichten in den 3 Familiae unterrichtet werden.