Mayen
Mayen ist eine Glaubensrichtung, die keine Götter kennt, sich jedoch mit Geistern und Schutzpatronen schmückt. Mayen, so glaubt man, kam ursprünglich aus Ocrieas Wildnis. Da es jedoch keine Überlieferungen der Geschichte an und für sich gibt, ist das nur eine Vermutung. Es gibt keine Entstehungsgeschichte Mayens, nur den Glauben, dass die Erde Leben erschafft und dass jeder irgendwann wieder zur Erde zurückkehren wird.
Anhänger Mayens glauben, dass es etwas gibt, einen Geist, einen Schutzpatron der Welt, der dafür sorgt, dass ein Gleichgewicht herrscht. Sie erkennen diesen Geist in allen magischen Dingen, in Naturgewalten und dem Alltäglichen, was sie sehen, hören, schmecken und fühlen können. Mayen setzt zudem alle Lebewesen gleich, egal ob primitiv oder intelligent, ob humanoid oder tierisch. Jedes Leben, das genommen wird, ist genau gleich viel wert wie das eigene Leben und muss geehrt werden. Die Mayen töten somit nur, was sie zum Überleben brauchen, und verwerten stets alles von Tieren. Sie pflanzen für jeden Baum, den sie fällen, mindestens einen neuen an, da sie dem Geist der Erde helfen wollen, das Gleichgewicht zu wahren.
Mayen sind somit stets friedlich, halten sich aus den Kriegen raus und bieten oft Zuflucht. Einige Anhänger Mayens sind jedoch dazu verleitet von den Reichen zu stehlen, um die Armen zu bereichern. Dies ist keine allgemein vertretene Einstellung, kommt in dieser Glaubensrichtung jedoch deutlich häufiger vor als in einer anderen.
Inhaltsverzeichnis
Allgemeines
Anhänger von Mayen nennen sich selbst Mayen, es ist somit die Bezeichnung der Glaubensrichtung wie auch die Bezeichnung eines ihrer Anhänger. Vor allem unter Zigeunern, Jäger, Förstern und in der Wildnis lebenden Völker ist Mayen als Glaube weit verbreitet. Es gibt neben den Mayen auch noch einen Mayen’ka, eine Art Priester. Jede größere Gruppe, die in einer Mayen-Kohorte zusammen lebt, hat einen Mayen’ka, der oder die immer - abhängig eigener Bräuche - erwählt wird. Mayen selbst schreibt nicht vor, wann eine Person würdig ist, Mayen’ka zu werden, sondern die Bräuche der einzelnen Mayen-Kohorten legen die Regeln fest.
Laut Mayen hat jedes humanoide Lebewesen ein Schutztier, das sie Ka‘han nennen, ungeachtet dessen, ob dieses Lebewesen selbst ein Anhänger Mayens ist, oder nicht. In ihrer Liebe zur Erde und der Natur fürchten sie vorallem Lehk, die zerstörende Dunkelheit.
Geschichte
Mayen hat keine allgemeine Entstehungsgeschichte, zwar glaubt man, dass diese Glaubensart aus Ocriea stammt, bewiesen ist jedoch nichts.
Dafür haben die Mayen viele Geschichten über die Tierwelt, die Geister und Schutzbefohlenen der Welt. Es gibt einige weitverbreitete Geschichten, die sich überall ähneln, dazu kommen jedoch viele weitere Geschichten, die sich von Region zu Region unterscheiden.
Die wichtigsten Namen
- Makthuk
- Makthuk war ein grosser und starker Schattenreißer, der ruhelos durch die Welt zog, wobei er auf seinem Weg Nel’tek traf. Nel’tek, ein kleiner Lynx, machte sich über Makthuk lustig, denn dieser war zwar stark und mächtig, aber es gab nichts, wofür er diese Stärke oder Macht hätte einsetzen können, weil er einsam war. Makthuk wollte den Lynx zuerst fressen, erkannte jedoch die Wahrheit in dessen Worten, und als er sich zornig abwenden wollte, bot Nel’tek ihm an, mit ihm zusammen etwas zu suchen, was er beschützen konnte, damit seine Stärke nicht umsonst war. Schlussendlich wurden Makthuk und Nel’tek auf ihrer Reise Freunde und der Schattenreißer hatte in Nel’tek etwas gefunden, das er beschützen wollte.
- Makthuk wird oft genannt, um vor allem den Jungen zu vermitteln, dass nur derjenige wirklich stark ist, der seine Macht nicht missbraucht und etwas hat, was er beschützen will, und dass Mayen alle vereint und gleichstellt, ungeachtet ihrer Rasse.
- Hanmey
- Hanmey war eine alte Frau, die ihr Augenlicht verloren hatte. Eines Tages kam eine Eurie an ihr Haus, verletzt, mit einem gebrochenen Flügel. Hanmey, trotz ihrer Blindheit, kümmerte sich um das zuerst störrische, eingeschüchterte und aggressive Tier und teilte alles mit der Eurie, die mit der Zeit vertrauen fasste und immer ruhiger und zutraulicher wurde. Selbst als die Eurie genesen war, verließ sie die Seite der alten Frau nicht. Eines Tages jedoch konfrontierte Hanmey die Eurie damit, dass sie wisse, dass diese ihr Todesbote war und dass sies nun, wo die Eurie genesen war und sie selbst somit ihre letzte Pflicht erfüllt hatte, mit ihr gehen würde, da sie selbst kein Ka’han hatte und niemanden hatte, der sie begleiten würde in den Schoß der Mutter.
- Diese Geschichte berichtet davon, dass der Geist der Erde auch denjenigen einen Patron zuschicken wird, die ihren eigenen Ka’han längst verloren haben, und dass es Nichts gibt, wovor man sich fürchten muss, selbst wenn man seinen Patron erkennt, und weiß, weshalb er zu einem kommt, so sollte man ihn nicht von sich stoßen, sondern aufnehmen und ihn wie einen alten Freund begrüßen.
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- Mayen-Kohorten
- Mayen-Kohorten sind Zusammenkünfte von Mayen Anhängern. Also ganze Dörfer, Wandergruppen oder Gemeinschaften in einer Stadt die zusammen leben, die ausschliesslich an Mayen glauben.
- Mayen’ka
- Mayen’ka sind auserwählte Anhänger Mayens, die sich Jahre lang darin geübt haben, die Stimme der Geister zu hören. Durch ein großes Feuer mit unterschiedlichen Pulvern und Kräutern versetzten sie sich in einen meditativen Zustand, bei dem sie die Welt der Lebenden angeblich verlassen und mit den Geistern und Tieren kommunizieren können. Sie erinnern stark an schamanistische Priester oder indianische Häuptlinge. Sie können Unheil vorhersehen und erkennen weitaus mehr, als es ein anderer könnte. Die Magie, die sie anwenden ist jedoch ein Rätsel, ein Geheimnis, das nur an den Schüler weitergegeben wird, der später Mayen’ka werden soll. Mayen’ka können die Ka’han Anderer bereits erkennen, wenn diese gerade erst geboren sind, und können oft bereits erahnen, welcher Ka’han sich einem noch ungeborenen Kind vermutlich annehmen wird.
- Wie ein Mayen’ka erwählt wird, ist immer Mayen-Kohorten abhängig, es gibt keine allgemeine Vorschrift. Bei einer Mayen-Kohorte können nur Frauen Mayen’ka werden, bei anderen nur Männer, bei wieder anderen ist es immer der Älteste, andere glauben man wird schon auserwählt geboren. Das einzige, in dem sich alle Mayen-Kohorten einig sind, ist dass es nur jeweils einen Mayen’ka pro Kohorte gibt.
- Es gibt jedoch auch Mayen’ka, die nicht in einer Gruppe leben, sondern durch die Welt reisen, oder alleine auf dem Land, auf einer schwebenden Insel, in den Bergen oder in den Wäldern wohnen, wo sie ungestört sind.
- Ka’han
- Ka’han ist das Schutztier, das jedes humanoide Lebewesen mit sich trägt. Man sagt, es begegnet einem in den dunkelsten Träumen und leitet einen aus diesen. Es bedeutet Schutz für den Körper und Reinheit für die Seele. Es soll Fälle gegeben haben, in denen Mayen in einer fatalen Situation ihr Ka’han gesehen haben sollen, als leuchtende Lichtgestalt, die ihnen das Leben rettete, oder sie sicher in den Tod geleitete. Letzteres ist eine weitere Aufgabe, die man den Ka’han zusagt. Sie sind dafür zuständig, ihren Schützling bei dessen Tod zurück in den Schoß der Erde zu geleiten und alle bösen Geister abzuschrecken. Das Ka’han soll dem Sterbenden helfen, loslassen zu können von der Welt der Sterblichen.
- Die Mayen glauben, dass man bereits mit diesem Tier geboren wird, und dass es ausschlaggebend für den Weg ist, den ein Wesen irgendwann gehen wird. Anhand der Ka’han können die Mayen’ka auch oft vage den Weg eines einzelnen vorhersagen. Wenn ein Wesen in Dunkelheit fällt, so verfällt auch das Ka’han dieser Dunkelheit. Man setzt das Ka’han mit dem Tier, das in jedem lebt, gleich. Wenn man sich stets um dieses kümmert, und lebt, wie es Mayen vorsieht, so wird das Ka’han stets ruhig und stark bleiben. Wenn man jedoch versucht zu schaden und das eigene Tier nur noch mit Hass und Dunkelheit füttert, so wird es irgendwann wüten und den Körper, in dem es wohnt, nie wieder von diesem Hass frei lassen. Diese Dunkelheit nennen die Mayen Lehk.
- Es gibt angeblich zwei Wege, wie man sein Ka’han verlieren kann. Der Erste besagt, dass sich der Ka’han opfert, wenn dem Schützling unglaublich viel Schlimmes wiederfährt, damit das Dunkle dessen Seele nicht erreicht. Der Zweite besagt, dass Mayen’ka Andere von ihrem Ka’han lösen können, was als Strafe geschieht, wenn ein Mayen seinesgleichen hintergeht oder sich von Lehk einnehmen lässt.
- Das eigene Ka’han kann von jedem, der daran glaubt, ermittelt werden. Es ist oft die erste Prüfung im Leben eines Mayen – Herauszufinden, welche Form der eigene Ka‘han hat.
- Lehk
- Lehk ist die Dunkelheit, die Schattenseite, der ein humanoides Wesen verfallen kann. Lehk ist symbolisch gesehen ein gehörntes, Wyrm-artiges, nachtschwarzes Wesen. Wenn ein Mayen’ka Lehk in seinen Träumen oder Visionen sieht, so bedeutet dies großes Unheil. Zuletzt sahen die Mayen’ka Lehk in ihren Träumen und Visionen, kurz bevor der Krieg um Skoria entfachte. Lehk steht für Hass, Dunkelheit, Aggression, Eifersucht, Machtsucht und Gewalt, und wird von den Mayen gefürchtet.
Rituale und Bräuche
Rituale
Jedes Jahr, am kürzesten Tage des Jahres finden sich regional ganze Gemeinschaften von Mayen zusammen, meist im Wald oder auf einer Wiese (selten auf einer großen schwebenden Insel) um die schlechten Geister zu vertreiben und Lekh zu schwächen. Hierzu wird ein großes Feuer, oft bis zu 5 Meter hoch, entzündet. Man tanzt schlussendlich die ganze Nacht um dieses, wirft Kränze aus Stroh und Blumen über das Feuer und singt. Ihre Lieder haben hierbei keinen Text, sondern bestehen eher aus melodiös langgezogenen Lauten die von Stampfen mit den Füßen, Trommeln, Flöten und anderen Instrumenten begleitet werden. Wenn das Feuer weitgenug abgebrannt ist, springen Pärchen über das Feuer, um ihre Beziehung zu festigen.
Einmal Springen ohne die Hand des Partners loszulassen bedeutet ein weiteres Jahr, zweimal Springen 3 Jahre, dreimal Springen 6 Jahre. Die Mayen glauben jedoch nicht, dass ihnen dadurch eine lange Beziehung gesichert ist, es ist viel eher ein Akt des Vertrauens in den Partner. In dieser Nacht dürfen auch Außenstehende sich dazu gesellen und der Magie der Mayen’ka beiwohnen, der/die mit Pulvern und Kräutern bunten Rauch aus dem Feuer zaubert und aus diesem Rauch Tiere bildet, hauptsächlich um die kleinen Kinder zu faszinieren, während er/sie Geschichten erzählt.
Geschlafen wird erst, wenn die Sonne wieder aufgeht, was erst um 8 Uhr in der Früh der Fall ist. Am nächsten Tag finden sich die Erwachsenen zusammen, um die Feierstätte wieder aufzuräumen.
Das zweite Ritual wird Fruchtbarkeitsritual genannt und findet im Frühjahr statt. Dieses Ritual findet nur noch im geschlossenen Kreis statt, sprich solche, die nicht Mayen angehören, dürfen diesem Ritual nicht beiwohnen. Bei diesem Ritual wird getanzt, gesungen, getrunken und gegessen. Jeder Teilnehmende ist hierbei maskiert und vereint sich die ganze Nacht lang mit den unterschiedlichsten Partnern. Hierbei ist es egal ob Mann mit Mann, Frau mit Frau oder Mann mit Frau. Jeder Mayen kann der regionalen Feierlichkeit beiwohnen, wenn er/sie jedoch keine Maske trägt bedeutet das, dass er/sie nicht bereit ist, den Akt mit jemanden zu vollziehen.
Bräuche
Mayen ehren jedes Tier, das sie erlegen und jede Pflanze, die sie kappen, und schaffen einen Ausgleich. Sie verwerten stets alles von einem Tier, und für jede ausgerissene oder beschädigte Pflanze wird eine neue angepflanzt. Zudem jagen sie keine Muttertiere und erlösen schwerverletzte Tiere von ihrem Leid. Wobei sie auf der Jagd versuchen die Tiere sofort tödlich zu treffen, damit dieses gar nicht erst dazu kommt, leiden zu müssen. Es werden jedoch auch leidende Tiere erlöst, die sie antreffen, an deren Leid sie keine Schuld tragen. Falls es doch mal passiert, dass ein Muttertier erlegt wird, nehmen sich die Mayen der verwaisten Tiere an um sie später, wenn sie groß genug sind, wieder auszuwildern. Sie haben somit eine extrem enge Verbindung zu der Tier- und Pflanzenwelt, und viele, eigentlich gefährliche Tiere sind ihnen gegenüber weniger aggressiv und deutlich toleranter.
Die Mayen beten oft zu Naturgeistern für eine reiche Ernte, Gesundheit, geistige Stärke und ein langes Leben. Sie fragen prinzipiell nie nach Glück oder Heilung, Reichtum oder Macht, das sind Dinge, die sie selbst erreichen müssen, und ihrer Meinung nach auch können.
Die Geister und Schutpatrone sind prinzipiell namenlos, viele Mayen geben ihnen jedoch Namen, die für jeden individuell anders sind, was sie ihren Kindern auch lehren. Jeder Mayen sollte einen Naturgeist so ansprechen, wie er es als angemessen erachtet.
Wenn jemand stirbt, egal ob alt oder jung, so wird eine Erdkuhle ausgehoben, der Körper wird in diese gelegt, und man gibt dem Toten statt Blumen Blumensamen mit auf den Weg, bevor man ihn begräbt, auf das über seinen Knochen irgendwann ein neues Feld erblüht. Bei dem Tod eines Mayen’kas pflanzt man auf dessen Grab zusätzlich einen kleinen Baum. Bei einer Beerdigung sind in Mayen-Kohorten meistens immer alle Mitglieder anwesend.